Bärlauch Verwechslung vermeiden: sicher sammeln + Pesto

Bärlauch Verwechslung vermeiden: sicher sammeln + Pesto
KI-generiertes Symbolbild

Die Nachbarin stand mit einem Korb voller Grün vor der Tür: „Bärlauch, ganz frisch aus dem Wald!“ Beim Waschen fiel mir ein Blatt auf, das glänzte und nach gar nichts roch. Wir sortierten Blatt für Blatt, und zwischen dem Bärlauch steckten tatsächlich zwei Maiglöckchenblätter. Seitdem denke ich bei jeder Bärlauch-Verwechslung, von der ich lese, an diesen Nachmittag am Spülbecken und prüfe jedes Blatt einzeln. In milden Jahren sprießt Bärlauch schon ab Ende Februar, sonst meist von März bis Anfang Mai, bevor er blüht. Wer selbst sammelt, muss ihn sicher von giftigen Doppelgängern unterscheiden können, denn Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab wachsen oft an denselben Stellen.

  • Portionen4
  • Vorbereitung15 Min.
  • Garzeit0 Min.
  • Gesamt15 Min.

Zubereitung

  1. Erkennen: Jedes Bärlauchblatt wächst einzeln an einem eigenen, dünnen Stiel aus dem Boden. Die Blattunterseite ist matt, die Blätter sind weich und dünn. Beim Zerreiben riecht ein einzelnes Blatt deutlich nach Knoblauch.
  2. Maiglöckchen unterscheiden: Bei Maiglöckchen wachsen meist zwei Blätter zusammen aus einem Stängel, eines umhüllt das andere. Die Blattunterseite glänzt, die Blätter sind fester, und sie riechen nicht nach Knoblauch.
  3. Herbstzeitlose unterscheiden: Ihre Blätter haben keinen Stiel, sie wachsen direkt aus dem Boden als Büschel, oft eng um eine Mitte herum. Sie sind fester und dicker als Bärlauch und haben keinen Knoblauchgeruch. Die Herbstzeitlose ist sehr giftig.
  4. Aronstab unterscheiden: Junge Aronstabblätter sind pfeil- oder spießförmig mit netzartigen Blattadern. Bärlauch hat dagegen parallel verlaufende Blattadern und eine längliche, lanzettliche Form.
  5. Sicher sammeln: Jedes Blatt einzeln am Stiel abschneiden, nicht büschelweise ausreißen, und jedes Blatt einzeln prüfen. Der Geruchstest ist unzuverlässig, sobald die Finger schon nach Knoblauch riechen. Deshalb zwischendurch die Hände waschen. Im Zweifel nicht essen.
  6. Für das Pesto die Blätter gründlich waschen und trocken schleudern. Die Kerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und abkühlen lassen.
  7. Bärlauch grob hacken und mit Kernen, Salz und der Hälfte des Öls im Mixer oder mit dem Pürierstab zerkleinern. Restliches Öl, Käse und Zitronensaft unterrühren.
  8. Das Pesto in ein sauberes Glas füllen, mit einer Schicht Öl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. Innerhalb von etwa einer Woche verbrauchen.

Tipps

  • Wer unsicher ist, kauft Bärlauch auf dem Wochenmarkt oder lässt sich die Pflanze vor Ort von jemandem mit Erfahrung zeigen.
  • In Naturschutzgebieten ist Sammeln meist verboten. Auch sonst nur so viel nehmen, wie man braucht, und nie den ganzen Bestand abernten.
  • Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort den Giftnotruf oder den Notruf 112 anrufen und Reste der Pflanze aufbewahren.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich Bärlauch sicher?

Bärlauch hat einzeln gestielte, weiche Blätter mit matter Unterseite und parallelen Blattadern, und ein zerriebenes Blatt riecht deutlich nach Knoblauch. Erst wenn alle Merkmale passen, ist die Pflanze bestimmt. Im Zweifel nicht essen.

Mit welchen giftigen Pflanzen kann man Bärlauch verwechseln?

Vor allem mit Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab. Alle drei sind giftig und wachsen oft an ähnlichen Standorten wie Bärlauch.

Wann ist Bärlauchzeit?

Je nach Region und Wetter etwa von Ende Februar oder März bis Anfang Mai. Am aromatischsten sind die Blätter vor der Blüte.